Die Bürgerinitiative (BI)

Seit 1986 hat sich die Bürgerinitiative um die Rekonstruktion der spätgotisch-flämischen Schauseite des zweiten Rathauses der Hansestadt Wesel am Rhein (erbaut 1455; Umbau mit barocker Haube 1698; Figurenerneuerung und –änderung 1858). Nun steht es detailgetreu  leicht gedreht an seiner historischen Stelle. Das historische Weseler Rathaus war bis zu seiner vollständigen Zerstörung am 19. Febr. 1945 das aus der Hansezeit stammende Wahrzeichen der Stadt und wegen der reichen filigranen Gestaltung dieser vorgesetzten Marktfront mit Glocketurm weithin berühmt.
Die jahrzehntelangen Diskussionen und Reibereien um einen Wiederaufbau (so wie man die Stadtkirche St. Willibrord ab 1950 wieder hergestellt hatte), führten 1986 wegen grobschlächtiger Bebauungsversuche des Großen Marktes zur Gründung eines Freundeskreises, dann einer Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Rathausfassade.

Ab 2002 wurde für die Rekonstruktion geworben, seit 2003 Geld gesammelt, seit 2005 mit Stadt und Land verhandelt, in 2006 die Bürgerstiftung Historisches Rathaus Wesel als Bauherrin gegründet, im Herbst 2007 der Grundstein gelegt und von 2010 – Herbst 2011 gebaut. Bauende der sieben Figuren: 2017.

Am 18. September 2011 wurde die Fassade unter großer Beteiligung der Weseler Bevölkerung und Politik von Land, Kreis und Stadt der Weseler Bürgerschaft übergeben. Die außergewöhnliche und mitreißende Festrede hielt der Vorsitzende des Fördervereins Berliner Schloss e.V., Herr Wilhelm von Boddien. Ende des Fassadenbaus: 2011.

Für den Figurenfries mit sechs Herrschern und dem Heiligen Willibrord sammelte man danach in drei Jahren 600.000 EUR. Ende des Figurenbaus: 2017
Für den Erhalt der Fassade werden jährlich 5.000 – 8.000 EUR gebraucht.

„DAMIT ES SO SCHÖN BLEIBT, WIE ES IST!“:

Die Bürgerstiftung Historisches Rathaus Wesel (BSt)

Für die Umsetzung ihres Rekonstruktionsvorhabens gründete die Bürgerinitiative (BI) im Juni 2006 eine Verbrauchsstiftung, die als Bauherrin mit den von der BI gesammelten Spenden die Wiederherstellung der spätgotisch-flämischen Fassade von 1455 durchgeführt hat. Nach Abschluss der Wiederaufbauarbeiten hat sie mit den eingehenden Spendengeldern die Fassade gepflegt.

Unabhängig davon liegt das Stammkapital der Stiftung in Höhe von 50.000 Euro fest.

Die Stiftung ist gemeinnützig. Ihr Vorstand mit 5 ehrenamtlich tätigen Personen und das Kuratorium mit 11 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern achten auf die werkgetreue Umsetzung des Projektes und die sachgemäße Erfüllung der Vorgaben. Die Stiftung unterliegt der Aufsicht des Regierungspräsidenten in Düsseldorf als Stiftungsaufsichtsbehörde.